Die tiefe Beinvenenthrombose
Eine Venenthrombose ist eine Störung des Blutflusses, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus, Blutpfropf) in einer Vene bildet und sie dabei ganz oder teilweise blockiert. So wird der Rückstrom des Blutes zum Herzen verhindert und das Blut staut sich vor dem Blutgerinnsel.
Thrombosen können in allen Gefäßen auftreten. Meistens handelt es sich um eine Thrombose der tiefen Beinvenen. Im Gegensatz zu den tiefen, also nicht-oberflächlichen Venenthrombosen haben die oberflächlichen Venenthrombosen ein anderes Erscheinungsbild mit entzündlicher Komponente (siehe Venenentzündung)
Ursache
Verschiedene Faktoren begünstigen das Auftreten einer Thrombose. Dazu gehören ein verlangsamter Blutfluss (Bewegungsmangel infolge von Bettlägerigkeit, Tragen von Gips, schweren Krankheiten, lange Reisen oder nach Operationen), genauso wie Veränderungen oder Entzündungen der innersten Schicht der Venenwand, wie sie beispielsweise bei Krampfadern auftreten können.
Außerdem kann eine erhöhte Gerinnungsneigung bestehen. Diese tritt manchmal bei Veränderungen in der Blutzusammensetzung, wie sie bei Gerinnungsstörungen, Krebserkrankungen oder bei der Verwendung hormoneller Verhütungsmittel entstehen, auf.
Symptome
Je nach Größe der verstopften Vene können die Symptome leicht sein, sie können aber auch schwergradig und beeinträchtigend auftreten. Typisch sind eine Schwellung am Fußknöchel, am Unterschenkel oder am ganzen Bein mit Spannungsgefühl. Gerötete und gespannte Haut, eventuell Blaufärbung und eine Überwärmung des geschwollenen Beins.
Diagnostik
Die Diagnose kann schonend mit dem Ultraschall der Venen gestellt werden. Eine weitere Röntgendiagnostik ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.
Therapie
Bei der Therapie kommen Medikamente, die das Blut verdünnen, und die Kompressionstherapie zum Einsatz.
Um zu verhindern, dass sich der Thrombus vergrößert, wird eine Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulation) angestrebt. Ist das Wachstum des Gerinnsels gestoppt, kann der Körper mit dem Aufräumen des Schadens beginnen. Er baut das Gerinnsel ab und versucht, die Venen wieder frei zu bekommen. Das dauert einige Wochen bis Monate, je mehr Abschnitte des Venensystems betroffen waren, desto länger. Bei dem Abbau des Gerinnsels und der Regeneration der Venen werden Stoffe freigesetzt, die die Gerinnbarkeit des Blutes erhöhen. In dieser Zeit ist also die Gefahr einer erneuten Thrombose besonders groß. Deshalb müssen weiter gerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden.
Außerdem werden die Beine mit Kompressionsverbänden gewickelt bzw. im Verlauf durch einen speziellen Kompressionsstrumpf unterstützt, um den Thrombus daran zu hindern, weiter zu wachsen. Die Kompression beschleunigt den Blutstrom in den tiefen Venen.


